Persönlichkeitsentwicklung mit dem Enneagramm
Zehn Gründe, warum das Enneagramm die beste Landkarte für deine persönliche Entwicklung ist – und wie du damit anfängst, ohne das ganze Modell zu kennen.
„Persönlichkeitsentwicklung“ ist zu einem Wort geworden, unter dem jeder etwas anderes versteht. Für mich ist es ein Prozess, der ein Leben lang läuft – und das Enneagramm ist die genaueste Landkarte, die ich dafür kenne. Hier sind die zehn Gründe, warum ich damit arbeite.
Was Persönlichkeitsentwicklung eigentlich meint
In die große Schublade „Persönlichkeitsentwicklung“ passt alles hinein – und genau das ist das Problem. Jeder hat ein anderes Bild im Kopf, jeder Anbieter dockt mit seinem eigenen Thema an.
Für mich ist es schlicht dies: ein Prozess, in dem du deine Fähigkeiten und dein Selbstverständnis weiterentwickelst. Nicht als Wochenendprojekt, sondern als etwas, das dich durch deinen ganz normalen Alltag begleitet.
Und ja: Mit einem klaren Modell im Rücken lassen sich auch in kurzer Zeit erstaunliche Veränderungen erreichen – so weit du dich darauf einlässt.
Warum ausgerechnet das Enneagramm?
Das Enneagramm beschreibt neun Wahrnehmungsstile. Es schafft es nicht nur, dich treffend zu beschreiben. Es zeigt dir auch deine natürlichen Stärken, setzt sie in Beziehung zu deinen Mitmenschen und benennt deine herausfordernden Lebensthemen.
Damit bekommst du etwas, das die meisten Persönlichkeitsmodelle nicht liefern: einen konkreten Leitfaden, wohin dein nächster Schritt geht.
Die zehn Vorteile
1. Berufsalltagstauglich. Der Aufbau ist einfach und logisch, das Verständnis dahinter tief. Ein gewisser Zeitaufwand ist nötig, aber du nimmst ihn mit in jedes Gespräch, jede Verhandlung, jedes Team.
2. Übersichtlich. Die neun Stile verteilen sich auf drei Wahrnehmungszentren: Herz (2, 3, 4), Kopf (5, 6, 7) und Bauch (8, 9, 1). Um andere besser zu verstehen, reichen diese drei Zentren völlig aus.
3. Positiv ausgerichtet. Der Fokus liegt auf dem, was du kannst – auch auf Stärken, die dir bisher gar nicht bewusst sind.
4. Beziehungstauglich. Wenn du die „Sprache“ von Kopf-, Herz- und Bauchmenschen verstehst, wird vieles zwischenmenschlich einfacher.
5. Kommunikationsfreudig. Zu wissen, wie du auf andere wirkst und wie die acht anderen Perspektiven ticken, verändert Zusammenarbeit spürbar.
6. Blickschärfend. Du siehst die Menschen um dich herum mit anderen Augen – und entwickelst bessere Strategien, auch in unvorhergesehenen Situationen.
7. Zuverlässig. Als Coach kann ich mich darauf verlassen. Die Anwendungsmöglichkeiten im privaten wie im beruflichen Alltag sind praktisch unbegrenzt.
8. Selbsterkenntnis. Du erkennst deine Motive, Interessen und Wünsche – und lernst, dir die Fragen zu stellen, die wirklich zählen.
9. Ziele, die zu dir passen. Selbsterkenntnis schärft den Blick auf deine Fähigkeiten. Daraus entstehen Ziele, die dich tatsächlich motivieren.
10. Ein roter Faden. Das Enneagramm macht in all dem Wirrwarr eine Linie sichtbar, der du mühelos folgen kannst. Genau deshalb nenne ich meine Arbeit stärkenorientiertes Coaching.
Die drei häufigsten Einwände
„Das ist doch esoterisch.“ Das Symbol und die alten Bezeichnungen haben etwas Mystisches. Das angewandte Wissen ist es nicht – es wird heute im Personalwesen, im Coaching und in der Mediation eingesetzt.
„Das ist Schubladendenken.“ Das Enneagramm bewertet weder Zentren noch Stile und macht keinen Unterschied zwischen Mann und Frau. Es beschreibt nicht, was du bist, sondern woher du schaust.
„Das ist nicht wissenschaftlich.“ Das Enneagramm ist kein Testverfahren mit Messwerten, sondern eine Tradition der Selbstbeobachtung. Sein Wert entsteht in der Anwendung – nicht auf dem Papier.
Wie du anfängst
Fang klein an. Finde erst dein Zentrum, dann deinen Stil.
Wenn du mit Beschreibungen und Onlinetests nicht weiterkommst, lohnt sich ein Enneagramm-Interview. Ich selbst war nach meinem ersten Test zehn Jahre lang mit dem falschen Stil unterwegs – das richtige Zentrum, aber der falsche Typ.
Wer sich stärkenorientiert entwickelt, kann motiviert nach vorne schauen – und dabei Spaß haben.